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1.3.7 Preis ergibt sich aus der Nachfrage

Wir gehen mit Say mit, dass letztlich die Nachfrage den Preis bestimmt. Dass dieser, neoklassisch ausgedrückt, die Grenzkosten decken muss, ist naheliegend. An einer Stelle hat Ricardo aber dennoch Recht, was man sieht, wenn man sich Gedanken über die Besteuerung macht. Schauen wir uns kurz an, was Say zur Theorie der Bodenrente von Ricardo sagt. Interessant ist Ricardo hier insofern, als seine Vorstellunge von der Rente auch auf die industrielle Produktion angewendet werden kann. Letztlich beruht die Produzentenrente, die wir in jedem akademischen Lehrbuch zur VWL finden, auf dem gleichen Prinzip.

(Der Grenzanbieter, also der Anbieter, der noch zum Zuge kommen muss, um die Nachfrage zu befriedigen, bestimmt den Marktpreis. Die Anbieter, die kostengünstiger produzieren als der Grenzanbieter, erzielen eine Rente.)

Depuis les premières éditions de ce Traité, M. David Ricardo a cru trouver un nouveau fondement au profit des biens-fonds. Il pose en fait que dans les pays neufs et où les terres n'ont point encore de propriétaires, elles ne rapportent que les profits auxquels peuvent prétendre le travail et les capitaux qui les font produire. La concurrence des producteurs empêche en effet qu'ils se fassent rembourser le droit de cultiver la terre, droit qu'ils ne paient à personne. Mais du moment que les progrès de la société rendent nécessaire une quantité de produits plus considérable que celle que peuvent fournir les meilleures terres et les plus avantageusement situées, il faut avoir recours aux terres de moindre qualité ou plus éloignées, et, pour obtenir sur chaque arpent les mêmes produits, faire plus de frais que l'on n'en fait sur les terres premièrement cultivées. Si c'est du blé que l'on cultive, comme la société ne peut avoir la quantité de cette denrée dont elle a besoin, sans payer tous les frais occasionnés par les blés produits sur les moindres terrains, le prix du marché excède les frais de production qu'exigent les premiers terrains, et les propriétaires de ces premiers terrains peuvent dès lors faire leur profit de cet excédent. Voilà, selon David Ricardo, la source du profit du propriétaire (rent). Il étend le même raisonnement aux différentes qualités des terres. Les unes excèdent beaucoup plus que les autres en qualité les plus mauvais terrains mis en culture ; mais ce n'est jamais que la nécessité de cultiver ceux-ci pour satisfaire aux besoins de la société, qui procure un profit aux autres et permet d'en tirer un loyer. Il en déduit la conséquence que le profit foncier ne doit pas être compris dans les frais de production ; qu'il ne fait pas, qu'il ne peut pas faire, le moins du monde, partie du prix de blé. Or, qui ne voit que si l'étendue des besoins de la société porte le prix du blé à un prix qui permet de cultiver les plus mauvais terrains, pourvu qu'on y trouve le salaire de ses peines et le profit de son capital, c'est l'étendue des besoins de la société et le prix qu'elle est en état de payer pour avoir du blé, qui permettent qu'on trouve un profit foncier sur les terres meilleures ou mieux situées ? C'est aussi le principe établi dans tout le cours de cet ouvrage. Dire que ce sont les mauvaises terres qui sont la cause du profit que l'on fait sur les bonnes, c'est présenter la même idée d'une façon qui me semble moins heureuse ; car le besoin qu'on éprouve d'une chose est une cause directe du prix que l'on consent à payer pour la posséder ; et si les besoins de la société n'étaient pas portés à ce point, ou si elle n'était pas en état de faire un si grand sacrifice, quelque énorme que fût la dépense nécessaire pour fertiliser un sol aride, on ne le cultiverait pas : ce qui nous ramène à ce principe déjà établi, que les frais de production ne sont pas la cause du prix des choses, mais que cette cause est dans les besoins que les produits peuvent satisfaire. Seit den ersten Veröffentlichungen der Abhandlung, hat David Ricardo behauptet, eine neue Grundlage für die Profite des Bodens gefunden zu haben. Er behauptet tatsächlich, dass in neuen Ländern, wo die Ländereien noch keinen Besitzer haben, sie nur den Profit auf die Arbeit und das zur Bewirtschaftung nötige Kapital erbringen. Die Konkurrenz der Produzenten verhindert in der Tat, dass sie sich für das Recht, das Land zu bewirtschaften, bezahlen lassen, ein Recht, für das sie an niemanden zahlen. Ab dem Moment allerdings, wo der Fortschritt der Gesellschaft eine größere Menge an Waren verlangt, als jene die auf den besten und vorteilhaftesten gelegenen Böden erwirtschaftet werden können, muss man auch abgelegene Böden von geringerer Qualität bewirtschaften, so dass man, um auf jedem Morgen Land den gleichen Ertrag zu erwirtschaften, mehr Kosten hat, als auf den zuerst bebauten Böden. Wenn es Weizen ist, der angebaut wird, muss, da die Gesellschaft nur dann die Menge dieses Nahrungsmittels, welches sie braucht, erhalten wird, wenn sie alle Kosten, die durch die Produktion dieses Weizens auch auf den schlechteren Böden bezahlt, der Marktpreis die Kosten der Produktion auf den ersten Böden übersteigen, und die Besitzer dieser ersten Böden können folglich einen Profit aus diesem Überschuss erhalten. Das ist es, was Ricardo als den Profit des Besitzers bezeichnet (rent). Dieselbe Logik wendet er auf die unterschiedlichen Bodenqualitäten an. Die einen übersteigen um sehr viel mehr als die ersten die schlechtesten noch bewirtschafteten Böden. Doch es ist immer nur die Notwendigkeit, diese zu bewirtschaften, um den Bedarf der Gesellschaft zu decken, welche den anderen den Profit zuschanzt und daraus einen Ertrag erzielen lassen. Daraus zieht er dann den Schluss, dass die Profite auf Land in den Kosten der Produktion nicht enthalten sind, dass er nie einen Teil des Getreidepreises ausmacht und auch nicht ausmachen kann. Sieht aber nicht jeder, dass es der gesteigerte Bedarf der Gesellschaft ist, der den Preis des Getreides so weit ansteigen lässt, dass auch schlechtere Böden bewirtschaftet werden können, vorausgesetzt, dass man dort einen Lohn erhält für seine Mühen und einen Profit auf das eingesetzte Kapital? Dass es der größere Bedarf der Gesellschaft ist und der Preis, den sie für Getreide bezahlen kann, der es erlaubt eine Bodenrente auf den besseren oder günstiger gelegenen Böden zu erhalten? Das ist das, was ich in der ganzen Abhandlung auch behaupte. Die Aussage, dass es die schlechten Böden sind, die die Ursache der auf den guten Böden gemachten Profite sind, ist weniger glücklich. Denn der Bedarf an einer Sache ist die direkte Ursache des Preises, den man bereit ist dafür zu bezahlen, um sie zu besitzen und wäre der Bedarf der Gesellschaft nicht so groß oder wäre sie nicht in der Lage, ein so großes Opfer zu erbringen, dann würde man ihn, egal wie hoch die nötigen Ausgaben sind, um karges Land fruchtbar zu machen, nicht bewirtschaften, was uns zum ursprünglichen Prinzip zurückführt. Die Kosten der Produktion sind nicht die Ursache der Preise. Es ist der Bedarf, den diese Produkte befriedigen können.

Die These Ricardos gibt er richtig wieder, siehe David Ricardo. Am Markt bildet sich ein Marktpreis und je nachdem, wie kostengünstig die Anbieter produzieren können, desto mehr verdienen sie. Dieses Prinzip gilt immer, auch für die Industrieproduktion. Dass Ricardo dieses Prinzip nicht auf die Industrieproduktion anwendet, liegt daran, dass er davon ausgeht, dass überall da, wo der Profit auf das Kapital höher ist, Kapital einströmt und zwar solange, bis die Profite wieder ausgeglichen sind. Anders formuliert, da ist Ricardo ganz Ökonom, es gibt keine strukturellen Hindernisse, die das Kapital an seiner Beweglichkeit hindern und desinvestiert muss es auch nicht werden.

Wer will, kann hierin einen Unterschied zur Neoklassik erkennen. In der Neoklassik, also zumindest bei Alfred Marshall, können Kapital und Arbeit eben nicht wandern, von daher ist der Verlauf der Angebotskurve, de facto die Grenzkostenkurve, der Unternehmen unterschiedlich. Es gibt also auch im gewerblichen Bereich Renten, die Produzentenrente. (Die Alfred Marshall aber producer surplus nennt.)

Die Betrachtung der Neoklassik ist statisch und kurzfristig. Langfristig wird sich die Produktivität aller Anbieter angleichen, weil Patente auslaufen, die Konkurrenz lernt, Produkte kopiert werden etc.

Was also in keinem Lehrbuch steht, ist die Tatsache, dass die Neoklassik in sich widersprüchlich ist. Auf der einen Seite geht sie von der vollkommen Flexibilität der Produktionsfaktoren aus, geht also davon aus, dass diese sofort in die Verwendung fließen, wo die Grenzleistungsfähigkeit am höchsten ist. Wenn das aber der Fall ist, haben alle Anbieter die gleiche Kostenstruktur und wenn alle Anbieter die gleiche Kostenstruktur haben, gibt es keine Rente. Die Rente ist der Unterschied zwischen dem Preis, zu dem ein Anbieter schon angeboten hätte und dem Marktpreis, zu dem er tatsächlich anbietet. Anbieter, die billiger anbieten können, weil sie eine bessere Kostenstruktur haben, erzielen also eine Rente, weil die weniger effizienten Anbieter den Marktpreis nach oben treiben. Bei vollkommener Flexibilität und vollkommener Information haben aber alle die gleiche Kostenstruktur, es gibt dann keine Renten. Das heißt im Umkehrschluss, dass Alfred Marschall, der Erfinder der Renten, Recht hat, siehe langfristiges und kurzfristiges Gleichgewicht und Léon Walras und Vilfredo Pareto vollkommen auf dem Holzweg sind, auch wenn der Plunder in jedem akademischen Lehrbuch zur Mikroökonomie steht. Bei Alfred Marshall gibt es zumindest kurzfristig Renten, bei Léon Walras nicht.

Wer aber will, kann in der Theorie der Bodenrente von Ricardo einen Vorläufer der Marginaltheorie erkennen. Der schlechteste und / oder am weitesten abgelegene Boden erwirtschaftet gar keine Rente mehr, er ist sozusagen der Grenzanbieter. Alle Böden vorher beziehen eine Rente.

Die weiteren Ausführungen von Jean Baptiste Say decken sich mit dem, was wir bereits gesagt haben, siehe Bedeutung der Nachfrage für die Preisbildung. Richtig ist natürlich, dass man die weiter abgelegenen und / oder schlechteren Böden ja gar nicht bewirtschaften müsste, wenn nach deren Produkten gar keine Nachfrage bestünde. Es ist also die Nachfrage, die die Bodenrenten entstehen lässt und nicht die schlechteren Böden. Müsste man sie nicht bewirtschaften, würde die Rente nicht steigen.


Klar ist, dass bei einem Rückgang des Bedarfs der Marktpreis und damit die Rente sinkt. Diesen Verlust muss der Bodenbesitzer dann genauso hinnehmen, wie ihm der Gewinn aus steigenden Preisen sozusagen in den Schoß fällt.

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Infos und Anmerkungen:

ES        DE

Die Rente ergibt sich aus dem Marktpreis

Bezieher von Rente müssen sinkenden Marktpreise genau so hinnehmen, wie sie von steigenden Marktpreisen profitieren

Es ist die Nachfrage, die Produktion hinter sich herzieht. Auch bei Ricardo, auch wenn selbiger das anders sieht

Bei vollkommener Flexibilität und vollkommener Information entstehen keine Produzentenrenten

Steuern auf Renten können nicht weitergewälzt werden

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