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Friedrich August Hayek

Nein, wir verraten jetzt nicht, wo sich Biographisches zu Hayek findet.

Wir beschränken uns auf...GOOGLE. Und wo wird google einen hinführen? Richtig! Bingo! Unter dem Banner der Freiheit versammeln sich nun alle freiheitsliebenden Beamte, also Leute, die ihr Leben in universitären Wärmestuben verbringen.Freiheit ist bei Hayek aber auch Risiko. Das freie Unternehmertum zum Beispiel ist eine riskante Angelegenheit. Frei, aber auch ohne Netz. Das ist die Freiheit, die Hayek meint.

Es wäre also naheliegend, wenn die freiheitsliebenden Beamten sich unternehmerisch betätigen würden, anstatt in den universitären Wärmestuben Fett anzusetzen. Betrachtet man aber diese Seite www.hayek.de wird man bei der Personalausstattung der Freiheitskämpfer feststellen, dass Freiheit besonders gut kommt, wenn man vom Staat, also vom Steuerzahler, gut versorgt wird und sich versorgen lässt, das heißt, die Risiken der Freiheit auf den Steuerzahler abwälzt. Vom sicheren Sofa aus ist Freiheit besonders schön, so schön wie gemütlich im Bett Abenteuerromane zu lesen oder mit Chips und Bier Fußball zu glotzen.

Mit der Hayek Gesellschaft haben wir uns schon mal befasst, siehe Volkswirtschaft und Transparenz.

Freiheitskämpfer à la Hayek scheint es besonders viele in mit Steuergeldern finanzierten Interessensvertretungen zu geben. Ein großer Freiheitskämpfer ist zum Beispiel Wolfgang Gerhardt, seines Zeichens ehemaliger FDP Bundesvorsitzender und heute Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Naheliegender wäre es natürlich gewesen, nach seiner Tätigkeit im Bundestag unternehmerisch tätig zu werden, das heißt die Freiheit in vollen Zügen zu genießen, aber Freiheit ist nun mal besonders hübsch vom Sofa aus. Freiheit besteht für die Wolfgang Gerhardt vor allem darin, Steuergelder frei ausgeben zu dürfen. Bei Wikipedia, Stütze der Freiheit und der Transparenz, erfahren wir Folgendes.

Laut Eigenbericht zu erwartender Einnahmen im Jahr 2009 finanziert sich die Stiftung bei einem Etat von rund 42 Mio. Euro zu fast 90 Prozent aus Mitteln der Bundesministerien. Weitere finanzielle Zuwendungen stammen in großen Teilen von den Ländern und anderen Gebietskörperschaften.[2] Die Friedrich-Naumann-Stiftung wird somit hauptsächlich aus Steuermitteln finanziert.

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich-Naumann-Stiftung_f%C3%BCr_die_Freiheit#Finanzierung

Qua Steuergelder geförderte Instititutionen haben selten irgendwas, was einem kaufmännischen Berichtswesen entspricht. Bei der Friedrich Naumann Stiftung haben wir das sogar. Zwar nicht in dem Detaillierungsgrad, dass man damit sonderlich viel anfangen kann, aber so in Ansätzen. Aber schon das Wenige, was wir lesen, haut uns vom Hocker.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit erzielte im Haushaltsjahr 2011 Einnahmen in Höhe von 49,0 Mio. 1. Davon bezog sie – gemäß ihrem Aufgabenschwerpunkt – 51,0 % der Mittel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

aus: http://www.freiheit.org/files/64/FNST-Jahresbericht2011-SATZ-Screen_2013.pdf

Die Friedrich Naumann Stiftung wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert, also von Parteikollege Dirk Niebel. (Wir schreiben immer noch das Jahr 2012). Dirk Niebel ist der mit dem Innovationsrat, der mit den Fußballerinnen, die sich für Entwicklungsländer interessieren, siehe Ist die Nuss zu knacken?

Da steht: Gemäß ihrem Aufgabenschwerpunkt. Das Problem ist, dass die Freiheitskämpfer von der Friedrich Naumann Truppe ihre Aufgabenschwerpunkte, vorsichtig formuliert, etwas anders definieren. Es ist nämlich so, dass man mit 49 Euronen viel Sinnvolles machen kann, solargetriebene Wasserentsalzungsanlagen, one laptop per child, Bau von Schulen, dezentrale Energieversorgung, Aufbau von Funknetzen, etc. etc.. Die Freiheit kann man sich komplett an den Arsch nageln und dafür muss der Steuerzahler auch kein Geld austüten, solange das mit den very basics noch nicht geregelt ist. Das sind nun die Ziele der Friedrich Naumann Stiftung.

Aufgaben und Aktivitäten

  • Die politische Bildung
  • Der Politikdialog
  • Die Politikberatung
  • Die Begabtenförderung
  • Das Archiv

aus: http://www.freiheit.org/Aufgaben-Aktivitaeten/45c64/index.html

Und wo die Truppe alles für die Freiheit kämpft, ist unglaublich. Selbst Mexiko wird von den Freiheitsgefühlen der Freiheit beflügelt: Fundación Friedrich Naumann para la Libertad en "Iniciativa Mexico". Andersherum formuliert. Es gibt bei der Friedrich Naumann Stiftung genug Personal, dass mal gerne gut alimentiert an interessanten Orten leben will und dort wohl versorgt den Freiheitskampf führen will. Das ist viel interessanter als reale Probleme lösen, denn das hat dann meistens was mit Arbeit zu tun.

Wobei wir hier ein Problem haben, das Hayek sogar richtig beschreibt. Staatliche Institutionen, de facto ist ein Verein, der von Steuergeldern lebt, eine staatliche Institution, tendieren zur Machtausdehnung, tendieren dazu, sich ein Maximum an Ressourcen zu krallen. Ein Instrument dieses Zieles ist die Definierung windelweicher Ziele, ohne Vorgabe von Kennziffern, so dass kein Mensch hinterher nachweisen kann, dass die Mittel zweckentfremdet, sinnlos oder ineffizient eingesetzt wurden. Windelweich definierte Ziele ohne Vorgabe von Kennziffern sind eine veritable Waffe, wenn es darum geht, möglichst viel Staatsknete abzugreifen.

Der Zuwachs an Mitteln ist der Friedrich Naumann Stiftung offensichtlich aber selber unheimlich, denn sie schreibt sowas.

Die Zuwendungen von Bund und Ländern an die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sind in den letzten neun Jahren nominal um insgesamt 18,0 % gestiegen, aber real nur um 3,2 %.

aus: Jahresbericht

Das wüssten wir jetzt natürlich gerne etwas genauer. War der Zuwachs nicht etwa in den letzten drei Jahren, seit 2009, seit der Regierungskoalition CDU/CSU - FDP besonders stark? Der Trick mit der Inflation ist da raffiniert. 15 Prozent Inflation (18 - 3) auf neun Jahre haut etwa hin. Allerdings scheint die massive Steigerung auf die letzten drei Jahre zu entfallen. Wikipedia weist für 2009 etwa 42 Millionen aus, die Friedrich Naumann Stiftung für das Jahr 2011 einen Betrag von 49 Millionen Euro, das sind etwa 16 Prozent. Man will also, dadurch dass man den Zuwachs auf neun Jahre streckt, obwohl der Zuwachs erst auf die letzten drei Jahre entfällt, suggerieren, dass der Zuwachs inflationsbereinigt minimal war. Tatsächlich war er aber dank Parteigenosse Niebel ordentlich. Genau das ergibt sich im Übrigen auch aus dem Geschäftsbericht 2008. Dort sind dann 42 Millionen Euro ausgewiesen. (Jahresbericht 2008). Für das Jahr 2009, wie zutreffend von Wikipedia geschildert, ebenfalls 42 Millionen Euro (Jahresbericht 2009). Das ist der wahre Kern bei Hayek. Was sich im Dunstkreis des Staates bewegt ist nun mal gierig auf Steuergelder.

In dem Stil geht es dann weiter. Die Publikation des Buches "Weg zur Knechtschaft", ursprünglich auf Englisch erschienen, The Road to Serfdom, und wohl von Hayek selbst ins Deutsche übersetzt, wurde von der Friedrich Naumann Stiftung gefördert. Wir wüssten jetzt natürlich gerne, wieviel Staatsknete konkret dafür ausgetütet wurde, aber das erfahren wir nicht. Nun hätte es natürlich, bei einer Förderung über Staatsknete, die Möglichkeit gegeben, das Buch auch als Taschenbuch für 12 Euro herauszugeben, das bringt aber nicht den Cash, den man erhält, wenn man ein gebundenes Buch für 42 Euro draus macht. Aufgrund der Tatsache, dass es vom Niveau her eine typische Bettlektüre ist und marketingtechnisch einen guten Titel hat, verkaufte sich das Ding wie warme Semmeln. Die englische Version 250 000 Mal. Wieso ein Bestseller staatlich gefördert wird, ist erstmal sowieso unklar. Noch interessanter wäre es natürlich zu wissen, wer das Geld aus dem Verkauf dann eingesackt hat. Freiheitskämpfer haben also ein Ziel: Spuren verwischen, täuschen und Staatsknete abgreifen.

Ein großer Freiheitskämpfer ist Wolfgang Gerhadt, seines Zeichens eben Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung. Der hat ein Vorwort geschrieben zur Suada über die Freiheit. Und die ist grauenhaft.

Ein aktuelles, sehr populäres Video im Internet zeigt beide Meisterdenker im Wettstreit ihrer Ideen, an dessen Ende die bittere Ironie steht, dass Keynes zwar den Ruhm gewinnt, aber Hayek doch Recht behält. Dies entspricht dem wirklichen Ablauf der Ereignisse: Die meisten Regierungen setzen auf Deficit Spending im Sinne von Keynes - doch vieles spricht dafür, dass am Ende Hayeks Sichtweise seine Bestätigung findet: Nicht nur entsprechen die Ursache und der Verlauf der Krise sehr genau den Voraussagen und Annahmen, die Hayek in seinem anderen großen Hauptwerk "Preise und Produktion" gemacht hatte - nämlich, dass eine Niedrigzinspolitik zu einer krisenanfälligen Produktionsstruktur führt - sondern auch die Politik und die öffentliche Auseinandersetzung, die der Krise folgte, lassen Hayeks Thesen aus dem "Weg in die Knechtschaft" von erstaunlicher Relevanz erscheinen.

aus: Wolfgang Gerhardt, Vorwort zur Neuauflage 2011, Seite: 1, in: Friedrich A. Hayek, Wege in die Knechtschaft, München, 2011

Mit Video meint er wohl das: Hayek - Keynes. Eigentlich eine Reihe von Videos, die allerdings inhaltlich nichts aussagen. Wie er nun auf die Idee kommt, dass alle Regierungen den Problemen mit "deficit spending" begegnen, das heißt über eine Erweiterung der Nachfrage durch die Fiskalpolitik, ist ein Rätsel. Tatsächlich scheinen alle Regierungen die Lösung der Probleme im Sparen zu suchen, wobei völlig unklar ist, wie Sparen allein nötige Restrukturierungsprozesse einleiten soll.

Es macht nun einen intelligenten Eindruck, eine These in den Raum zu werfen, "...dass eine Niedrigzinspolitik zu einer krisenanfälligen Produktionsstruktur führt..." und auf ein bekanntes Werk zu verweisen, wo diese These steht. Das dispensiert von der Notwendigkeit, die These selber zu erläutern.

Hayek geht davon aus, dass der Zins eine Allokationswirkung hat. Wie problematisch diese These ist, haben wir bereits erläutert,
siehe Zins.

Zinsen steuern die Allokation erstens gar nicht, weil die Vergabe von Krediten von der Möglichkeit Sicherheiten zu bieten abhängt und nicht von der Rentabilität der Investition.

Zweitens ist auch schlecht vermittelbar, wieso eine Investition, die den Kredit tilgen und damit das vorher geschaffene Geld wieder vernichten kann, problematisch sein soll.

Drittens sinken die Zinsen, wenn viel Liquidität im Markt ist. Nach der These von Wolfgang Gerhardt sollte man überschüssige Liquidität im Kamin verbrennen, andernfalls müsste er uns mal erklären, was man sonst mit Sparvermögen anfangen soll.

Viertens ist auch in Deutschland das Zinsniveau niedrig, ohne dass dies zu den Problemen führt, zu denen es in Spanien, USA, Griechenland geführt hat.

Fünftens werden wir in den nächsten Jahren erleben, wir schreiben das Jahr 2012, der Leser dieser Zeilen hat es also vielleicht schon erlebt, dass die weltweite Verschuldung den deutschen Leistungsbilanzüberschuss finanziert und Deutschland die Krise erst noch bevorsteht. Dem Schicksal kann Deutschland nur entgehen, wenn es entweder massiv im Ausland investiert, das machen derzeit die Chinesen, oder seine Wirtschaft so umstruktiert, dass sie unabhängig vom Export wird.

Sechstens wird uns der superschlaue Wolfgang Gerhard sicher noch erklären, wo die Kapitalsammelstellen, die die Riester / Rürup / und Kapitallebensversicherungen finanzieren sollen, die Knete herholen sollen um die Altersversicherung zu finanzieren. Auf der einen Seite soll das Sparsumme zwar steigen, auf der anderen Seite sollen aber die Zinsen hochbleiben. Wie das gehen soll, das wüssten wir gerne, das wollen nämlich alle. Die Kartoffelbauern wollen mehr Kartoffeln verkaufen und das zu höheren Preisen. Aber wie soll das gehen?

Siebtens bedeutet der Begriff "deficit spending" nicht viel. Ist deficit spending rein konsumtiv, dann wird der Kredit wohl eher nicht getilgt. Ist es investiv, dann besteht eine Chance, dass der Staat seine Schulden tilgen kann. Der superschlaue Wolfgang Gerhardt wird uns sicherlich erklären, wie er auf die Idee kommt, dass investive Ausgaben des Staates in Autobahnen, Forschung und Entwicklung, Bildung und sonstige Infrastruktur immer keine Rendite abwerfen. Will er das einstellen?

Achtens ist die These, dass Sparen überhaupt Einfluss auf die Wirtschaft nimmt, historisch eindeutig widerlegt. Werner Abelshauser hat bereits eindeutig gezeigt, "Wirtschaft in Westdeutschland 1945–1948. Rekonstruktion und Wachstumsbedingungen in der amerikanischen und britischen Zone", dass für das Wirtschaftswachstum die Ausbildung der Bevölkerung maßgeblich ist und nicht irgendwelches Sparen. Ähnlich argumentiert im Grunde Joseph Schumpeter, siehe Dynamische Wirtschaft.

Neuntens geht es natürlich gegen Keynes. Der superschlaue Wolgang Gerhardt wird uns aber sicherlich erklären, also profunder Kenner des keyneschen Werkes, wieso sich ein Zins, der sich auf dem GELDMARKT bildet, über den Gütermarkt regieren soll.

Freiheitskämpfer interessieren sich aber nicht für Details oder langweilige ökonomische Theorien. Freiheitskämpfer haben immer das Große und Ganze im Blick, denken, solange der Steuerzahler den Hokuspokus finanziert, eher in globalen Zusammenhängen und beschäftigen sich nicht mit der Lösung konkreter Probleme, was ja bekanntlich leicht in Arbeit ausartet.

Dass Hayek die öffentliche Debatte als Wiedererstarken finsterer Mächte sieht, wo sich die FDP dann als Freiheitskämpfer gerieren kann, können wir nachvollziehen, allerdings finden wir, unabhängig von der Frage, dass die von ihm konstatierte öffentliche Debatte so gar nicht stattfindet, die Instrumentalisierung von Krisen ziemlich uncool.

Die Freiheitskämpfer von der Hayek Front erinnern ein bisschen an diese Jungs, Towpath Yankee Doodle and Battle Hymn. Die spielen jedes Jahr längst geschlagene Schlachten nach.

Bei den gesetzteren Herren von der Freiheitskämpfer Front ist offensichtlich noch nicht angekommen, dass die Zeit der Fundamentaldiskussionen seit gut 20 Jahren endgültig vorbei ist. Wir haben nicht auf der einen Seite die Zentralverwaltungwirtschaft und auf der anderen Seite die Marktwirtschaft. Wir haben ein Mischsystem.

Theoretisch hat das natürlich auch Wolfgang Gerhadt von der FDP, also den freien Demokraten, begriffen. Allerdings, siehe sind Menschen Argumenten zugänglich, sind Argumente völlig sinnlos, wenn die zu ziehenden Schlussfolgerungen die persönliche Situation verschlechtern.

Genau genommen haben wir x Mischsysteme. Die grundsätzliche Frage ist auch nicht mehr, wieviel Staat noch nützt und frommt, sondern die Frage, wie man den staatlichen Bereich besser kontrolliert. Jedes staatliche Handeln, das transparent ist, kann auch wieder revidiert werden. Bei der Friedrich Naumann Stiftung allerdings haben wir ein typisches Problem der Demokratie. Die Jungs und Mädels von der Friedrich Naumann Stiftung sind eine kompakt organisierte Truppe, die höchst effizient Lobby Arbeit machen kann. Für den Wähler ist der hierdurch verursachte Schaden gering, es handelt sich für jeden einzelnen um Cent Beträge, folglich wird er sich nicht damit befassen.

Das Bild ändert sich auch nicht, wenn es Hunderte von solchen Truppen gibt und sich das dann zu beträchtlichen Beträgen aufsummiert. Mit jeder einzelnen Truppe müsste sich der Steuerzahler und Wähler einzeln befassen. Das kann er nicht, bzw. nur, wenn die Daten leicht zugänglich sind, siehe das Internet und die Volkswirtschaftslehre und Brüder im Geiste, Volkswirtschaft und Transparenz.

Das Problem ist also nicht, wie uns die Freiheitskämpfer von der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit für die Freiheit plastisch illustrieren, dass Mehrheiten die Minderheiten ausplündern. Das Problem ist, dass kompakte Lobbygruppen die Mehrheit ausplündern. Es ist leider genau umgekehrt, wie Hayek sich das vorstellt.

Die besten Argumente werden gewinnen, können aber nur vorgebracht werden, wenn man die politische Entscheidungen und deren Resultate tatsächlich kennt. Haben wir zum Beispiel einen intransparenten Verschiebebahnhof von Steuermitteln, wie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Friedrich Naumann Gesellschaft, dann lässt sich auch nicht sagen, ob die Gelder effizient und zweckentsprechend ausgegeben wurden. Um mal ein Beispiel zu nennen. Es ist aber nicht schwierig, davon Hunderte zu nennen.

Wenn die großen Freiheitskämpfer à la Friedrich Naumann Stiftung ordentlich Staatsknete abzocken, dann wüssten wir gerne, was die Freiheitskämpfer mit den Steuergeldern konkret machen. Wir können das zum Teil auf youtube verfolgen siehe Ulrich Wacker, Director para A.Latina de la Fundación Friedrich Naumann. Wir wissen zwar dann immer noch nicht, ob der Herr Wacker dort irgendwas Sinnvolles macht, wir plädieren ja immer für den Bau von Schulen, für die Unterstützung von Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Ähnliches, aber wir können Herrn Wacker Nachhilfe in Spanisch geben, siehe www.spanisch-lehrbuch.de. Mal prinzipiell: t und q sind im Spanischen nicht aspiriert und das r ist kein guturales r sondern ein rollendes r. Es ist anstrengend da zuzuhören, nicht nur weil er totalen Mist zusammenschwafelt. Die www.spanisch-lehrbuch.de ist im übrigen kostenlos und nicht vom Steuerzahler gesponsert. Irgendjemand muss ja auch was dafür tun, dass die Freiheit, also zum Beispiel der kostenlose Zugang zur Bildung, verteidigt wird. Wir haben insgesamt 20 solche Portale mit pro Monat etwa einer Million Besucher. Wir verstehen unter Freiheit, wenn Unternehmer eigenes Geld in die Hand nehmen und Sinnvolles damit tun. Geschwätz auf Steuerzahlerkosten ist kein Freiheitskampf.

Die beste Verteidigung der Freiheit, die auch wirklich die Menschen von der Bedeutung der Freiheit überzeugt, ist die Lösung konkreter Probleme. Schwafeln bringt eigentlich nichts.

Last not least bleibt natürlich die Frage, ob ausländische Organisationen, die von außerhalb finanziert werden, überhaupt Einfluss nehmen dürfen auf nationalstaatliche Diskussionen. Insbesondere stellt sich diese Frage bei einer Organisation mit eindeutiger ideologischer Ausrichtung wie der Friedrich Naumann Stiftung. Wobei das gleiche natürlich gilt für die Konrad Adenauer Stiftung, auch die beglücken Südamerika mit ihren Erkenntnissen, siehe Frank Priess Representante de la Fundación Konrad Adenauer.

Es ist ein auffallendes Phänomen, dass die Freiheitskämpfer zwar auf der einen Seite gegen den Staat wettern, aber die Staatsknete doch gerne annehmen. Überzeugender wären sie, wenn sie Unternehmen gegründet und erstmal Geld verdient hätten. Der Bedarf an Leuten, die Unternehmen gründen, Arbeitsplätze schaffen, Innovationen durchdrücken ist weit größer als der nach Freiheitskämpfern mit Pensionsberechtigung.

Zwar kann man konzedieren, dass das bekannteste Werk Hayeks, "Weg zur Knechtschaft", sich leicht lesen lässt, allerdings sind die Thesen für die Praxis vollkommen irrelevant. Ein allgemeines Geblubbere über Kollektivismus der zwangsläufig im Sozialismus oder Faschismus endet, nützt wenig.

Eine Privatisierung der Bildung und Ausbildung, wie sie von Adepten der Freiheitskämpfer à la Hayek aus der universitären Wärmestube heraus oft vorgeschlagen wird, ist vollkommener Unsinn, siehe Bildung.

Vorgetragen wird, dass sich der Staat hier unzuläßig in die Erziehung der Kinder einmische, die Interessen einzelner Gruppen nicht berücksichtigt und überhaupt indoktriniert würde.

Festzuhalten ist, dass das eher Probleme theoretischer Natur sind. Viel gravierender finden die Leute, dass die Abschlüsse nicht vergleichbar sind, ein Umzug von einem Bundesland in das andere schwierig ist, Lehrbücher im jeweiligen Bundesland zugelassen werden müssen etc. etc.. Die öffentliche Wahrnehmung sieht also eher die Zersplitterung als Problem, die sich bei vollkommener Privatisierung der Bildung und Ausbildung noch verschärfen würde.

Dass das staatliche Schulsystem zuwenig auf die Individualität des Einzelnen eingeht, ist richtig. Allerdings ist es erstmal eine unbewiesene Behauptung, dass eine privat organisierte Bildung dies besser könnte. Mehr öffentliche Diskussion über Lehrpläne, mehr Transparenz, eine intensive Debatte über Didaktik wäre hier hilfreicher, als Fundamentaldiskussionen.

Unstrittig war die Umstellung auf den Bachelor / Masterstudiengang eine "Anmaßung von Wissen", um mal ein geflügeltes Wort von Hayek zu verwenden, denn jetzt organisieren Leute ohne Plan die Planlosigkeit, siehe Änderung des Etiketts. Hier braucht man aber lediglich das System wieder auf den alten Stand zurückzusetzen. Kompatibilität und Komparabilität, das Ziel der Bachelor und Masterstudiengänge, ist tatsächlich kein sinnvolles Ziel, wenn das Ziel der Reise unbekannt ist. Kompatibiltät und Komparabilität führen dann lediglich dazu, dass alle in die falsche Richtung laufen.

Kompatibilität und Komparabilität sind im Übrigen auch das genau Gegenteil von Wettbwerb. Kompatibel und komparabel sind nur Dinge, die gleich sind. Gleichheit der Studiengänge ist sinnvoll, wenn das Ziel genau bekannt ist. Dann ist Optimierung hin auf dieses Ziel sinnvoll. Ist das Ziel aber nicht bekannt, dann ensteht Wettbwerb durch die Möglichkeit, wählen zu können.

Solange uns Hayek nicht mitteilt, ab welcher Verteilung des Volkseinkommens die Sache problematisch wird bzw. davon ausgeht, dass schlicht jede Verteilung hinnehmbar ist, nützt uns sein Geblubbere über den Weg in die Knechtschaft qua Umverteilung wenig.

Hayek geht, wir kommen darauf gleich zurück, von der These aus, dass derjenige, der über die ökonomischen Ressourcen verfügt, auch alle anderen Bereiche der Gesellschaft dominieren will und dominiert. Nach dieser Logik wäre dann ein Land wie die BRD mit einer Staatsquote von 49 Prozent viel unfreier als das Bolivien unter Hugo Banzer, mit einer Staatsquote in der Nähe von Null.

Das Problem bei Hayek besteht darin, dass seine Ausführungen wolkig und damit keine für die Praxis relevanten Argumente liefern. Der Erfolg von "Weg zur Knechtschaft" beruht darauf, dass er zentrale Argumente von Adam Smith, der Markt als Steuerungsmenchanismus der Wirtschaft, siehe unter anderem Optimale Faktorallokation nochmal "knalliger" zusammenfasst. Was bei Adam Smith immer wieder anklingt und zutreffend ist, nämlich dass nur der Wettbewerb Knappheitsverhältnisse erkennt und beseitigt, wird bei ihm radikaler formuliert. Der Staat wird zum Moloch, der Ressourcen bindet, damit eine unkontrollierte Macht erhält und jede Freiheit einschränkt. Sieht man mal davon ab, dass es eben "knalliger" formuliert ist, sind die Thesen so alt wie die grünen Hügel Afrikas.

Einen empirischen Beweis für diese These liefert Hayek aber nicht und der Beweis lässt sich so isoliert auch nicht führen. Damit seine These zutrifft, muss der Staat auch die exekutive und die legislative Gewalt unter seine Herrschaft bringen. Damit er die Meinungsfreiheit einschränken kann, braucht er Richter, die dementsprechende Urteile fällen bzw. eine Exekutive, die auf Kommando und ohne richterlichen Beschluss abweichende Meinungen eliminiert.

Wenn der Staat aber die öffentliche Diskussion nicht unterbinden kann, dann müsste er zumindest demokratische Entscheindungsfindungsprozesse unterbinden können. Solange es eine öffentliche Diskussion gibt, die Fakten und Entscheidungsgrundlagen einer Handlung öffentlich zugänglich sind, können die Verhältnisse in einer Demokratie immer wieder geändert werden.

Das Buch Hayeks ist eigentlich eine Binse. Diktaturen aller Art neigen dazu, ökonomische Ressourcen an sich zu ziehen. Das machen sie aber von Anastasio Somoza, über Ferdinand Marcos bis zu Muammar al-Gaddafi mit und ohne kollektivistische Ideologie. Das Problem bei Hayek ist seine monokausale Denke. Kollektivistisch (Sozialismus oder Faschistisch) => Staat bindet Ressourcen => Ende der Freiheit. Das ist Quark.

Erstaunlich ist aber, welche simplizistische Denkweise Politiker haben. Das ist umso bedenklicher und bedenkenswert, wenn es sich um Politiker handelt, die sogar mal Mitglied des deutschen Bundestages waren und sogar Vorsitzender einer im Parlamente vertretenen Fraktion. Wir meinen Wolfgang Gerhardt. Wolgang Gerhardt folgt auch seinen Ideologenkollegen von der ehemaligen Ostfront.

Genau wie diese hat er wohl die Werke seines Meisters nie gelesen haben, allein entscheidend war die Beherrschung des Jargons, denn es ist der Jargon, durch den man kundtut, dass man ganz von der Lehre des Meisters durchflutet ist und nicht die inhaltliche Auseinandersetzung, siehe Karl Marx.

Wolfgang Gerhardt nämlich, wir betonen nochmal, er ist der Vorsitzender des Vorstands der FRIEDRICH-NAUMANN-Stiftung für die Freiheit hat ja, siehe oben ein Vorwort geschrieben. Aber hat er das Buch tatsächlich gelesen? Über Friedrich Naumann, dem Namensgeber der Stiftung, schreibt Hayek nämlich Folgendes. Wir zitieren mal den ganzen langen Abschnitt.

Sehr ähnliche Gedanken waren in den Amtsräumen des deutschen Rohstoffdiktators, Walther Rathenau, verbreitet, der sich zwar schaudernd abgewandt haben würde, wenn er sich über die Folgen seiner totalitären Wirtschaftspolitik im klaren gewesen wäre, dem aber doch in einer eingehenderen Geistesgeschichte des Nationalsozialismus ein hervorragender Platz zukommt. Wahrscheinlich hat er durch seine Schriften mehr als irgendein anderer die Wirtschaftsanschauungen der Generation bestimmt, die in Deutschland während des Krieges und unmittelbar danach heranwuchs, und einige seiner engsten Mitarbeiter sollen später den Stamm der Beamten bilden, die dann den Göringschen Vierjahresplan durchführten. Sehr ähnlich waren viele der Gedankengänge, die ein anderer ehemaliger Marxist, Friedrich Naumann, lehrte, dessen Schriften Mitteleuropa von allen deutschen Kriegsbüchern wohl die größte Verbreitung fand.

Friedrich Hayek, Wege in die Knechtschaft, München 2011, Seite 218

Ist Wolgang Gerhardt bis zu der Stelle gekommen? Der "Meisterdenker" (Wolfgang Gerhadt über Hayek, siehe oben) bezeichnet den Namensgeber der Friedrich Naumann Stiftung als Marxisten. Noch lustiger ist aber die Fußnote auf derselben Seite.

Ein gutes Resümee der Ansichten Naumanns, die für die deutsche Kombination von Sozialismus und Imperialismus ebenso charakteristisch sind wie die im Text zitierten, findet man bei R.D. Butler, The Roots of National Socialism.

Also der nach den Worten des Vorsitzenden des Vorstands der Friedrich Naumann Stiftung als "Meisterdenker" titulierte bezeichnet den Namensgeber der Friedrich Naumann Stiftung als Marxisten und eine Kombination aus Sozialismus und Imperialismus. Das stellt nun zwei Fragen. Hat Wolfgang Gerhardt das Buch, zu dem er eine Einleitung schrieb, überhaupt gelesen oder hat er es gehalten wie die Ideologen von der Ostfront? Es reicht, den Jargon zu beherrschen.

Über Friedrich Naumann können wir uns aufgrund der Aussagen von Hayek kein Bild machen. Dass er etwas durch den Wind war, ist offensichtlich, Wikipedia äußerst sich aber differenzierter und vermutlich haben die das Buch Mitteleuropa tatsächlich gelesen. Es ist ein Problem bei Hayek, dass er etwas behauptet, aber seine Thesen nicht durch Quellen belegt. Die Berufung auf eine andere Quelle, R.D.Butler, wobei kein Mensch weiß, woher diese andere Quelle ihre Informationen bezogen hat, ist wissenschaftlich gesehen Dünsinn.

Die Neuauflage von "Weg zur Knechtschaft" hat noch ein zweites Vorwort von einem anderen Freiheitskämpfer an der liberalen Blubberfront, Otto Graf Lambsdorff.

Heute kann sich der Sozialismus nur noch auf "dritten Wegen" Eingang verschaffen. Der tschechoslowakische Finanzminister Klaus, der in besonderem Maße von den Gedanken Hayeks geprägt ist, hat dies in aller Klarheit erkannt: Auf dem Weg zu einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung hält er die Reformsozialisten von 1968 für seine schwierigsten Gegner, nicht etwa die kommunistischen Befürworter einer totalitären Zwangswirtschaft. Auch die demokratischen Sozialisten von 1990 glauben fest an das Freiheitsideal - wie die englischen Sozialisten von 1944, an die sich Hayek zunächst gewandt hatte. Sozialismus und Liberalismus scheinen ihnen miteinander vereinbar. Mit Unverständnis und Empörung der "Sozialisten in allen Parteien" muss also rechnen, wer wie Hayek warnt: "Verwirklichung des demokratischen Sozialismus vernichtet die Freiheit, die der demokratische Sozialismus will."

Friedrich Hayek, Wege in die Knechtschaft, München 2011, Seite 9

Ähnelt der ältere Herr im Grunde eigentlich nicht Honegger, der längst vergangene Schlachten nochmal schlug, weil die 4 Prozent Partei zu den gegenwärten Problemen einfach nix zu sagen hat. Meint er die SPD? Will er raunen, damit die schon Überzeugten ihn verstehen und die nicht Überzeugten ihm nicht Plumpheit vorwerfen? Was soll man mit so Geschwurbel konkret anfangen? Ist die Ökosteuer ein Weg in die Knechtschaft? Die Abschaltung der Atomkraftwerke eine Anmaßung an Wissen? Man kann sich über die Ökosteuer streiten, siehe Steuern und Zölle. Aber bitte nicht immer mit der gleichen Suada.

Wenn allerdings der Staat Institutionen subventioniert, die in direkter Konkurrenz treten zu marktwirtschaftlichen Unternehmen bzw. Institutionen unterstützt, bei denen kein Mensch im Detail weiß, wofür die eigentlich die Staatsknete bekommen, dann ist das schon ein kleiner (ganz kleiner) Weg in die Knechtschaft. Für einen prominenten Fall dieser Art sind die Freiheitskämpfer von der FDP zuständig, die stellen nämlich aktuell den Außenminister, siehe Stopp dem Goethe Institut. Und der andere Fall, der dem Autor so spontan einfällt, ist eben auch eine Veranstaltung der Freiheitskämpfer, das ist eben die Friedrich Naumann Stiftung, die 47 Millionen Euro einsackt und kein Mensch weiß, wofür.

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Infos und Anmerkungen:

ES        DE

Freiheitskämpfer agieren gern im Dunkeln und haben eine Pensionsberechtigung

Wege zur Knechtschaft: Schwacher Inhalt, guter Titel.

 

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